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Psychophysiognomik und Kallisophie

Scharlatane und Dumme

Eine Antwort an Prof. Dr. Uwe Peter Kanning, Wirtschaftspsychologe an der Fachhochschule Osnabrück, welcher Hohn, Spott und mehr über die Huter‘sche Psychophysiognomik ausgoss und der ein sehr spezielles Verständnis von Wissenschaft, Wirtschaft und Wettbewerb hat und wie man mit Wettbewerbern (Konkurrenten) umgeht und dieses offenbar seinen Studenten im Sinne eines Vorbildes vermitteln will. Er will offenbar beispielhaft zeigen, wie man mangels überzeugender Leistung und wegen  überhoher Tarife an erfolgreichere Konkurrenten verlorene Märkte zurückerobern soll.

 

1. Manch einer glaubt, er hätte Aristoteles widerlegt, indem er selbst ein Esel ist, jedoch keine langen Ohren hat. „Esel" könnte hier so viel meinen wie „ungebildeter Mensch" oder auch „eingebildeter Mensch, der an einer von Neid und Geltungssucht getragenen Art von Kolportage-Durchfall leidet". „Esel" könnte auch ein Synonym sein für „Schwätzer" oder „Dummschwätzer".

2. Wenn man behauptet, es sei bewiesen, dass es keinen Schädelausdruck gibt, dann wäre es sinnvoll, diese Beweise und die Quellen für Ihre Behauptung zu nennen. Warum, Herr Kanning, unterlassen Sie das? Sie als seriöser Fachhochschullehrer müssten doch eigentlich wissen, dass man nicht einfach Dinge behaupten soll, wenn man den Anspruch hat, nicht nur schlechter Unterhalter oder Schwätzer zu sein. Oder haben Sie einfach kolportiert, was andere erfunden oder schon kolportiert haben, ohne sich um die Sache selbst zu kümmern? Selbst werden Sie ja wohl kaum in der Lage sein, einen stichhaltigen und überprüfbaren Beweis gegen die Phrenologie oder allgemeiner gegen die Physiognomik zu liefern. Deshalb holen Sie ja auch zu einem Rundumschlag aus und versuchen mit 2500 bis 500 oder 200 Jahre alten Sachen, die Sie erst noch weder gelesen und schon gar nicht verstanden haben, die heutige Physiognomik ins Lächerliche zu ziehen. Wenn das noch nicht genügt, dann machen Sie sich über einige geeignete aktuelle Konkurrenten her, um sich selbst zu empfehlen. Das ist unseriöser, pseudowissenschaftlicher Stil.

3. Wenn man keine wirklichen Argumente gegen eine Sache hat, dann gibt es probate Mittel, sie doch in Verruf zu bringen. Wie leicht kann man andern schaden, wenn man die Nazi-Keule schwingt? Sie, Herr Kanning, konnten auf sie nicht verzichten, deshalb diese Aufklärung:

Nachdem im Deutschen Reich die arischen Psychologen zwischen 1933 und 1934 die jüdischen Psychologen in vorauseilendem Gehorsam von den Universitäten vertrieben hatten, strebten sie die höheren Weihen durch den nationalsozialistischen Staat an, indem sie demselben ihre Dienste untertänigst, geradezu speichelleckerisch anboten und ihre ideologische Treue, ja mehr als dies, beteuerten. Sie erlangten durch den nationalsozialistischen Staat per April 1941 die staatliche Anerkennung ihres Diploms. Diesen Status erhielten sie aber nicht umsonst. Die universitären Psychologen in Deutschland waren allesamt linientreu im Dienst des Dritten Reiches. Sie selektionierten Panzerfahrer, Kampfpiloten, KZ-Schergen und KZ-Ärzte und andere Helfer für die Durchführung der Untaten Hitlers; sie „betreuten" psychisch Kranke, Schwererziehbare, Behinderte und schieden diese und Nichtarier nach den Wünschen der hohen politischen Herren sowie im Sinne der herrschenden Ideologie aus. Sie entwickelten dabei u.a. nicht nur mancherlei Fragebögen, sondern auch die Methode, die man heute, ihre Herkunft verschleiernd, Assessment Center nennt. Und sie waren allesamt Gegner der Physiognomik, insbesondere auch der Huter‘schen Psychophysiognomik. Sie lehrten zwar Ausdruckspsychologie, verstanden darunter aber weder Physiognomik noch Phrenologie. Sämtliche deutsche Psychologieprofessoren, die zwischen 1933 und 1945 im Dienste des NS-Regimes standen, lehrten nach 1945 weiterhin an den Universitäten. Sie schieden im Regelfall durch Emeritierung aus dem Dienst. Bei einigen Prominenten wie Ph. Lersch war das erst in den frühen 1970er Jahren.

Die Huter‘sche Psychophysiognomik wurde zwischen 1935 und 1942 verfolgt, alle Werke von Carl Huter und anderen wurden durch die Gestapo und andere Behörden des Dritten Reiches vernichtet, wohl auch mit anstiftender Unterstützung durch die Universitätspsychologen.

Warum wurde wohl die Psychophysiognomik zu der gleichen Zeit verfolgt und vernichtet als die universitäre Psychologie sich in den Dienst der Nazi-Ideologie stellte und dafür belohnt wurde?

4. Adolf Hitler schrieb in „Mein Kampf" (1925), dass nur Hohlköpfe vom Äußeren auf das Innere schließen würden. Juden beispielsweise könnten aussehen wie Arier. Die Rasse sei entscheidend, der Rest werde durch Erziehung bewirkt. Dementsprechend waren alle Universitätspsychologen, andere gab es nicht, ausgesprochen antiphysiognomisch.

So frage sich ein jeder, weshalb ein heutiger Psychologieprofessor die Hitler‘sche Meinung teilt, nicht nur alle Physiognomen seien Hohlköpfe, sondern auch das Volk, das auf dieselben hereinfalle. Ach ja, wenn man schon den Lohn vom Steuerzahler bezieht, sollte man das Volk besser nicht als naiv, dumm und blöd bezeichnen, nicht wahr, Herr Kanning?

Sollten Sie, Herr Kanning, Nachhilfe wünschen in Fragen der Geschichte der Psychologie, etwa wie die Uni-Psychologen nach der Machtergreifung um die Gunst der Nazis winselten und ihnen zu Diensten standen, und der Geschichte der Physiognomik, so können Sie mir ohne Hemmung schreiben an

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Sie, Herr Kanning, haben die Nazi-Keule gezückt. Nun werden Sie sich hoffentlich auch um die wahren Sachverhalte, das heißt um das Verhalten Ihrer eigenen Zunft während des Dritten Reich kümmern -- und dann darauf verzichten, andere der Sünden zu verdächtigen, die von Leuten Ihrer Zunft begangen worden sind.